Fördertechnik

Fördertechnik Mit einer Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren sollten Aufzugsanlagen so geplant sein, dass sie zukunftssicher sind und neuesten Bestimmungen entsprechen.
Schon in der Entwurfsplanung muss der Fachplaner darauf achten, dass die architektonischen Vorgaben mit dem Anspruch des Nutzers auf Sicherheit, Komfort und Wohlbefinden in Einklang gebracht werden.

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Aufzugstechnik

Seilaufzüge gehören zu den am häufigsten verwendeten Personenaufzügen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten von Dampfmaschinen angetriebenen Trommelaufzüge gebaut, die allerdings durch die an der Trommel befestigten und aufgewickelten Seile nur so viel an Förderhöhe zuließen, wie es der maximale Durchmesser der Trommel erlaubte.
Noch im selben Jahrhundert wurde der bis heute in seinem Funktionsprinzip nicht veränderte Treibscheibenaufzug geboren. Am einen Ende die Kabine und am anderen Ende das Gegengewicht tragend, laufen die Tragseile über die an der Aufzugswinde befestigte Treibscheibe. Die Vorteile des Treibscheibenaufzugs bestehen zum einen darin, dass die Länge der Tragseile und damit die Förderhöhe praktisch unbegrenzt sind und zum anderen sowohl im unbelasteten als auch belasteten Zustand durch das entsprechend ausgelegte Gegengewicht nur die halbe Nutzlast gehoben werden muss. Sind die Seilenden an der Decke des Fahrschachtes befestigt, hängen Fahrkorb und Gegengewicht mit je einer Umlenkrolle an den Seilen. Durch den so erzeugten Flaschenzug kann bei halber Geschwindigkeit die doppelte Nutzlast gehoben werden.
Um den Seilverschleiß und den maschinellen Aufwand durch z.B. Seilumlenkungen so gering wie möglich zu halten, ist der Triebwerksraum bestenfalls über dem Fahrschacht angeordnet.
Moderne Aufzüge sind sogenannte triebwerksraumlose Aufzüge, die eine größere Gestaltungsfreiheit bei der Grundrissplanung ermöglichen. Stahlseelenarmierten Polyurethangurte begünstigen den Einsatz einer energieeffizienten Maschine und einen geräuscharmen Betrieb. Frequenzgeregelte, digitale Antriebe sorgen für ein ruckfreies Beschleunigen und Abbremsen des Fahrkorbes, bauliche Komponenten zur Schwingungsdämpfung und Schalldämmung tragen zu einem hohen Fahrkomfort bei.
Eine Alternative bei kleinen Förderhöhen von etwa 20 bis 25 m stellt der hydraulische Aufzug dar. Hierbei ruht der Fahrkorb meist auf einem oder mehreren ölhydraulischen Hubkolben. Nachteil dieser Antriebsart ist, dass die volle Nutzlast einschl. Kabinengewicht gehoben werden muss. Zudem ist in der Regel die Hubgeschwindigkeit auf 1,0 m/s begrenzt. Der Vorteil wiederum ist, dass der Antrieb (Aggregat mit Motor und Pumpe) nicht unmittelbar am oder im Aufzugsschacht vorhanden sein muss, sondern auch weiter entfernt in einem separaten Maschinenraum aufgestellt sein kann. Im Prinzip ist nur eine Hydraulik-Leitung vom Kolben zum Aggregat erforderlich. Ist der Fahrkorb fest mit dem Kolben verbunden, spricht man von einem direkt hydraulischen Aufzug. Befinden sich Tragseile und Rollen zwischen Fahrkorb und Hydraulik-Kolben, wird er als indirekt hydraulischer Aufzug bezeichnet. Das Prinzip der Kraftübertragung entspricht dem eines umgekehrt betriebenen Flaschenzuges. Als Lastenaufzüge mit hoher Tragfähigkeit und geringen Förderhöhen bis 5 m kommen hydraulische Aufzüge bevorzugt zum Einsatz.
Lastenaufzüge sind für den Transport von sowohl Waren und Gütern als auch betriebsangehörigen Personen bestimmt, Güteraufzüge sind - wie der Name schon sagt - ausschließlich für die Beförderung von Gütern gedacht. Im Innern der Fahrkörbe sind grundsätzlich keine Bedientableaus zu finden.

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© Sachverständigenbüro für Technische Gebäudeausrüstung
    Dipl.-Ing. (FH) Jens-Uwe Nieß, Berlin

 

 

 


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